Kraftwerksstrainer 800/900 MW für Braunkohlekraftwerke

Die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Lippendorf beinhalten sowohl die modernste Kraftwerkstechnik als auch eine Vielzahl von Systemen zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit. Die Anlagen sind ungleich komplexer als bisherige vergleichbare Anlagen. Zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit und der Gewährleistung hoher Sicherheitsstandards im Betrieb werden auch hohe Anforderungen an das Bedienungspersonal gestellt. Die Entscheidung, für die Personalschulung einen Kraftwerkssimulator einzusetzen, war deshalb naheliegend. VEAG hat den KW Trainer 800/900 MW Mitte 1996 bei Siemens bestellt. Er wurde inzwischen bei SimPower hergestellt und im September 1998 ausgeliefert.
Lieferumfang: Planung, Lieferung, Montage, Inbetriebsetzung, Durchführung der Abnahmetests, Probebetrieb, Dokumentation und Gewährleistung für 2 Jahre.
Der Simulator benutzt auf der Bedien- und Beobachtungsebene die gleiche leittechnische Ausrüstung wie die Referenzanlage und setzt damit das sogenannte Stimulationskonzept um.
Auf der Simulationsebene werden für die Kraftwerks-Simulationsprogramme neu entwickelte SimPower Tools für die Simulation des Prozeßes- und die Emulation der Leittechnik eingesetzt.Die Kombination von Stimulation und Simulation hat viele Vorteile, z.B.:
Dem KW Trainer 800/900 MW liegt als Referenzanlage das Kraftwerk Schwarze Pumpe A zugrunde. Infolge der prinzipiellen Ähnlichkeit können jedoch auch der Block B von Schwarze Pumpe und die Blöcke R+S von Lippendorf realistisch geschult werden.
- Die Stimulation liefert das einzige echte Anlagenabbild bezüglich MMI
- Die Simulation des Prozesses und die Emulation der Leittechnik gewährleisten reales Anlagenverhalten, der Simulator verhält sich bei der Schulung deckungsgleich zur Anlage.
- Anlagenbezogene Schulung, die Betriebsdaten, einschließlich die der aktuellen Anlagenleittechnik, können relativ zügig durch ein SimPower Übersetzungsprogramm auf dem Simulator eingespielt und damit geschult werden.
- Störfälle, die im Anlagenbetrieb unbedingt vermieden werden müssen, lassen sich im Schulungsbetrieb realistisch und anlagenbezogen behandeln.
- Die Eingriffsmöglichkeiten der Ausbilder in den simulierten Kraftwerksprozeß sind vielfältig; es werden 50 spezifische Störfälle und ca. 1.500 Standardstörungen nachgebildet.